Griechenland und die Verlogenheit der deutschen Politik

Bisher war ich auf die Griechen ziemlich sauer wegen ihrer Tricksereien bereits beim Eintritt in die Eu und ihrer jetzigen selbst verschuldeten Schwierigkeiten. Inzwischen hat sich der Ärger eher in Richtung deutsche Bundesregierung und deutsche Politiker ingesamt verlagert. Hier geht es zu wie beim Märchen „Des Kaisers neue Kleider“. Warum sagt keiner ehrlich, dass es nicht geht, den Griechen nicht zu helfen? Stattdessen wird gehofft, dass das Ganze sich irgendwie über die NRW-Wahl hinaus aussitzen lässt. Ein wahrlich, passend zu einer Landtagswahl, provinzielles Verhalten. Natürlich ist es Wahnsinn, dass wir Griechenland, das sich nur mit Tricksereien in den Euro gehievt hat, jetzt Milliarden leihen sollen. Wohin wir sowieso schon, das wird oft vergessen, über EU-Zahlungen sehr viel Geld transferiert haben. Deutschland ist das Land mit der höchsten Nettoeinzahlung in den EU-Topf.

Aber es scheint keinen anderen Weg zu geben. Fast schon lustig sind da Meldungen aus dem Archiv, z.B. vom 03.03.2010 in der Bild:

Wenig später ging das Rumgeeiere los und auch die sog. Opposition hat sich nirgends eindeutig festgelegt. Umso blöder sind jetzt die Vorwürfe aus dieser Richtung, aber das nur nebenbei. Die Regierung, insbesondere Bundeskanzlerin Merkel steht allerdings ziemlich blamiert da. Selbst im Ausland aht man sich offen darüber aufgeregt, dass eine deutsche Landtagswahl einen solchen Einfluß auf europäische Entscheidungen hat. Irgendwo kann man sie vielleicht auch verstehen, der Druck der Boulevardmedien ist enorm, hier ein Beispiel:

Pleitegriechen

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Ärgerlich ist auch, dass deutsche Banken mit angeblich insgesamt 45 Milliarden Euro in griechischen Staatsanleihen dabei sind. Darunter so illustre Institute wie die Hypo Real Estate oder die Commerzbank, die es beide ohne die Hilfe des Bundes nicht mehr geben würde. Und jetzt muß denen wieder geholfen werden. Wie hilflos sind doch die Politiker. Spielen uns vor, als ob sie irgend etwas steuern könnten, sind aber selbst Getriebene, die nur jeweils aus der Defensive heraus reagieren können. Hier ist ein herrliches Beispiel, wie laviert und um den heissen Brei herumgeredet wird. Finanzminister Wolfgang Schäuble, der in diesem Interview einen müden und abgekämpften Eindruck macht, wird von der Moderatorin Marietta Slomka offensiv und konkret befragt. Als Antworten kommen Phrasen, Sprechhülsen, bisweilen hat man Angst, dass er nicht mehr weiß, was er sagen soll.

Ein schönes Beispiel für die Hilflosigkeit der Poltik, die uns vormachen möchte, sie hätte alles unter Kontrolle.