Bischof Mixa – jetzt ist der Skandal ganz oben angekommen

Der Bischof von Augsburg, Walter Mixa, ist heute vom Papst aus dem Bischofsamt entfernt worden. Der einstige Liebling des Vatikan, weil absoluter Hardliner, wird zur absoluten Katastrophe für die katholische Kirche. Es geht mittlerweile nicht ausschließlich um das brutale Verprügeln von Kindern, sondern auch um sexuellen Missbrauch. Das bedeutet aber, dass die katholische Kirche wohl wissend einen solchen Mann Karriere hat machen lassen. Denn, was jetzt bekannt wird, Gerüchte um Mixa’s Homosexualität gibt es schon lange. Es gibt eigentlich für die katholische Kirche nur noch eine Meldung, die schlimmer ist, als diese Geschichte: Die Meldung, dass Papst Benedikt XVI selbst in Missbrauchsvorwürfen verstrickt wird. Immerhin, der Name Ratzinger fiel bereits im Zusammenhang mit Gewalt an Kindern. Der Bruder des heutigen Papstes gab mittlerweile ein paar Ohrfeigen zu und zog sich seitdem komplett aus der Öffentlichkeit zurück, wahrscheinlich auf Anraten seines Bruders.

Wenn man sich das von Anfang an ansieht, wird deutlich, wie verlogen die katholische Kirche wirklich ist. Mixa hat bis 1970 studiert und wurde im gleichen Jahr zum Priester geweiht. 1975 wurde er Stadtpfarrer in Schrobenhausen. Aus dieser Zeit stammen die ersten Prügel-Vorwürfe, die vor einigen Wochen von ehemaligen Schülern erhoben wurden. Mixa soll damals teilweise brutal mit der Faust den Kindern in das Gesicht geschlagen haben. Auch mit Rohrstock und ähnlichem Schlaggerät soll er Kinder misshandelt haben. Und damals müssen Nonnen, Messdiener und anderes kirchliches Personal das mitbekommen haben. Nur keiner wollte durch eine Aussage sich selbst in die Isolation begeben, beruflich und/oder theologisch. Schlimmer konnte der Korpsgeist bei der SS auch nicht sein. Berichten zufolge haben in Schrobenhausen die Nonnen selbst Kinder exzessiv geprügelt. 1996 wurde Mixa Bischof von Eichstätt und aus dieser Zeit stammen die neuesten Vorwürfe. Der Spiegel schreibt zwar nebulös die Informationen stammen „aus Kirchenkreisen“, aber die Vorwürfe sind für die Kirche desaströs. Mixa soll sich während seiner Zeit als Bischof von Eichstätt mit jungen Priesterseminarteilnehmern in seine Privaträume zurückgezogen und gemeinsame Saunagänge veranstaltet haben. Das allein finde ich ein äußerst bizarres Verhalten für einen Bischof. Unter Eingeweihten wurde Mixa „Monsi“ genannt, von Monsignore. Nicht unbedingt ein passender Name für einen Bischof. Es wird weiter berichtet, Mixa habe auffallend viele junge angehende Priester in seinem Bistum untergebracht, auch die, die woanders bereits abgelehnt wurden. Solche Vorgänge können dem Vatikan nicht entgangen sein, nein, er hat das Verhalten von Mixa gebilligt und ihn weiter die Karriereleiter hoschsteigen lassen.

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Der schlimmste Vorwurf wurde jetzt bekannt. Mixa soll einen Jungen missbraucht haben und das soll sogar noch nicht so lange her sein, als dass es verjährt wäre. Homosexualität und Kontakt mit erwachsenen Männern ist in der katholischen Kirche jedenfalls so mit das Schlimmste, was es gibt. Zumindest in der offiziellen Kirche. Missbrauch eines Kindes ist noch dazu strafrechtlich relevant und nicht entschuldbar. Ob etwas derartiges in der Zeit, als Mixa Bischof von Augsburg war, passiert ist, ist (noch) nicht bekannt, wundern würde es niemanden mehr. Einer der höchsten Vertreter der katholischen Kirche in Deutschland lebte jahrzehntelang als „Würdeträger“ sein Schwulsein aus und das mit Wissen derjenigen, die ihn so weit nach oben haben kommen lassen. Da kann man nicht mehr davon sprechen, dass die Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche erschüttert sei, in Wahrheit ist sie zertrümmert. Gerade so ein Hardliner wie Mixa, der selbst Homosexualität als schwere Sünde bezeichnet hat, ist nun zum Symbol für die Verkommenheit der katholischen Kirche geworden. Traurig ist wirklich, dass jetzt Zehntausende von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern in der katholischen Kirche, die eine wichtige Arbeit leisten, darunter werden leiden müssen. Katholische Schulen, Internate und Kindergärten werden vermutlich einen enormen Rückgang spüren, Eltern werden sich genau ansehen, wer in der katholischen Jugend mit ihren Kindern zu tun hat und im Zweifelsfall ihre Kinder da lieber nicht mehr hinschicken.

Die exestentielle Krise der katholischen Kirche betrifft jedoch alle Deutschen, ob sie Mitglied der Kirche sind oder nicht, ob gläubig oder nicht. Wir berufen uns historisch auf das Christentum und die Werte, die wir unseren Kindern vermitteln, haben ihre Wurzeln darin. Es kann für eine christlich geprägte Gesellschaft nicht gut sein, wenn die katholische Kirche einen solch dramatischen Ansehensverlust erleidet.

Bis zu den Verantwortlichen der Webseite des Bistums Augsburg ist die Nachricht vom Ende der Amtszeit von Bischof Mixa noch nicht durchgedrungen. Jedenfalls stand am Samstag Abend in seinem Lebenslauf noch nichts davon.