Aygül Özkan wird Ministerin – ein Grund zum Feiern?

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Nach viel peinlichen Hin und Her wurde Frau Özkan letzten Dienstag als Sozialministerin von Niedersachsen vereidigt. Heribert Prantl, der allerseits bekannte Realitätsverweigerer der Süddeutschen Zeitung feiert das in seinem Artikel, ich habe dabei eher ein schlechtes Gefühl. Und zwar deswegen, weil Frau Özkan als gelungenes Beispiel für Integration dargestellt wird, was nach ihren Äußerungen auch nicht mehr so klar ist, aber vor allem, weil es nur ganz wenige weitere positive Beispiele gibt und das nicht wegen der Ablehnung der Deutschen gegenüber Menschen islamischen Glaubens..
Dass Frau Özkan mal ganz generell gesehen Ministerin eines deutschen Bundeslandes geworden ist, liegt wie immer nicht an ihrer Fachkompetenz. Ich kann weder in ihrer „politischen Vita“ noch in ihrer „beruflichen Vita“ etwas erkennen, was sie für eine Sozialministerin qualifiziert. Das halte ich schon für fragwürdig und wird interessanterweise in den deutschen Medien kaum diskutiert. Das Hauptproblem ist ein Anderes: Durch den Austieg von Frau Özkan wird suggeriert, dass es jeder, der aus einer Einwandererfamilie kommt, in Deutschland schaffen kann. Dabei wird leider vergessen, dass die Mehrheit der türkisch-stämmigen Leute, die in Deutschland leben, ihrem Gastland eher ablehnend gegenüber stehen. Frau Özkan spricht selbst von „fremder Macht“ in Zusammenhang mit deutschen Richtern: „Wir brauchen an unseren Gerichten dringend mehr Richter mit Migrationshintergrund. Damit die Betroffen auch sehen, hier entscheidet nicht eine fremde Autorität, sondern wir gehören da auch zu.“
Viele wollen also nicht aufsteigen, zumindest nicht in einem von westlichen Werten geprägten Gesellschaftssystem. Man sollte also nicht zu viel feiern, der unzufriedene Bodensatz an Leuten wird eher größer.